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Bezirksfachklasse der Mechaniker/in für Land- und Baumaschinentechnik


Klasse LM4 (BIT-2006)

 

Wir beantworten Ihnen gerne einige Fragen, die Sie zu diesem Ausbildungsberuf haben könnten:

Wie lange dauert die Ausbildung?

3,5 Jahre

Nach dem 2. Ausbildungsjahr erfolgt Teil I der Gesellenprüfung. Diese wird zu 35% auf die Abschlussprüfung angerechnet.

Wo wird ausgebildet?

Theorie im Berufskolleg, Praxis im Ausbildungsbetrieb, zusätzlich mehrmals während der Ausbildung in sog. überbetrieblichen Lehrgängen.

Welche Eingangsvoraussetzungen sind erforderlich?

Der Ausbildungsvertrag wird mit einem anerkannten Ausbildungsbetrieb des Handwerks abgeschlossen.

Ein guter Hauptschulabschluss wird empfohlen. Von Vorteil sind gute Kenntnisse in den Fächer Mathematik und Physik. Im einzelnen:

  • Beherrschung der Prozent- und Bruchrechnung,
  • Rechnen mit Variablen und Einheiten,
  • Räumliches Vorstellungsvermögen,
  • technisches Verständnis,
  • Kräfte, Drücke, Längen, Volumen,
  • elektrische Größen (Ohmsches Gesetz),
  • Arbeit, Leistung, Wirkungsgrad .

Worin liegen die Schwerpunkte der Ausbildung?

  • Warten und Instandsetzen von Fahrzeugen, Maschinen, Anlagen der Landmaschinetechnik,
  • Herstellen von Bauteilen und Werkstücken, manuell und maschinell,
  • Instandhaltung von mechanischen Systemen der Landmaschinentechnik,
  • Installieren und Instandsetzen von hydraulischen, elektrischen und elektronischen Systemen der Landmaschinentechnik,Fehlersuche,
  • Bedienen von Fahrzeugen und deren Systemen, Inbetriebnahme.

Die Ausbildung des Mechanikers für Landmaschinentechnik ist im ersten Ausbildungsjahr im theoretischen Teil (Berufsschule) nahezu identisch mit der Ausbildung der Kfz-Mechatroniker und findet am Berufskolleg Olsberg in der Berufschulklasse für Kfz-Mechtroniker statt.

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr bildet sich eine eigene Bezirksfachklasse am Berufskolleg Olsberg.

Wie sieht das Berufsbild des Landmaschinemechanikers aus?

Das alte Berufsbild des Landmaschinenmechanikers/in setzte sich aus Installation und Instandhaltung von Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen der Land-, Forst-, Garten-, Bau- und Kommunalwirtschaft zusammen.

Nach einer Neuordnung wurde der Beruf am 1. August 2003 durch den Nachfolgeberuf Mechaniker/in für Land- und Baumaschinentechnik abgelöst.

Mechaniker und Mechanikerinnen für Land- und Baumaschinentechnik sind in der Planung, Wartung, Prüfung, Fehlerdiagnose, Instandsetzung und Aus- und Umrüstung von land- und baumaschinentechnischen Fahrzeugen, Maschinen, Anlagen oder Motorgeräten mit direktem Kundenkontakt in Werkstätten und auf Einsatzstellen tätig.

Im Mittelpunkt des neuen Berufsbildes stehen Diagnose-, Instandhaltungs-, Aus-, Um- und Nachrüstarbeiten an Fahrzeugen und Anlagen der Landmaschinentechnik (insbesondere der neuen Generation), die gekennzeichnet sind durch ein komplexes Zusammenwirken zwischen elektronischen und mechanischen Komponenten.

Wie gestaltet sich der Unterricht in der Berufsschule?

Der Berufsschulunterricht findet in Teilzeitform statt. Das heißt, der Auszubildende besucht an zwei (einem) Tagen in der Woche die Berufsschule.

Die bisher bekannten Schulfächer entfallen! Eine Ausnahme bilden die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Politik, Religion, Sport und Wirtschaftlehre, die teilweise nur im ersten Ausbildungsjahr unterrichtet werden. Der restliche Unterricht ist nach der Lernfelddidaktik strukturiert, bei der berufliche Handlungssituationen in Lernsituationen bzw. Lernfelder übertragen werden. Einen Überblick über die Lernfelder gibt die folgende Tabelle.

 

Lernfelder der Landmaschinentechnik



Schulung der Firma Fendt am BIT-2006




Die Metallabteilung des Berufskolleg Olsberg präsentierte sich beim Berufsinformationstag (BIT) mit dem Schwerpunkt Landmaschinentechnik. Hierzu organisierte Fachlehrer Eduard Varnhagen ein Schulung in der Fehlerdiagnose an modernen Schleppern, unterstützt und durchgeführt durch einen Mitarbeiter der Firma Fendt.

Die Firma Fendt stellte dazu einen ihrer modernsten und größten Schlepper zur Verfügung, an dem der aktuelle Entwicklungsstand der Traktorentechnik vorgestellt wurde. Heutige Traktoren sind multifunktionale Hitec-Geräte. Das Führerhaus eines Schleppers gleicht eher einem Flugzeug-Cockpit, denn eines einfachen Fahrzeugs.

Der Landmaschinemechaniker muss trotz der Kompliziertheit dieser Systeme in der Lage sein, diese fachgerecht zu warten und besonders bei Störungen die Fehlerursache durch eine systematische Diagnose zu erkennen. Schon in Unterrichteinheiten vor der eigentlichen Schulung bereiteten sich die Auszubildenden der Bezirksfachklasse für Landmaschinentechnik vor, indem sie mit Hilfe der Schulungsunterlagen der Firma Fendt sich die theoretischen Inhalte der Schleppersysteme erarbeiteten. Diese Erkenntnisse konnten sie dann während der Schulung unter Anleitung des Fendt-Fachmannes am Schlepper praktisch erproben und vertiefen.

Gleichzeitig durften interessierte Schüler und Besucher an der Schulung beiwohnen und einen Einblick in die Technik und das Arbeiten eines Landmaschinemechanikers gewinnen.

 

 
Autor: Holger Stahlschmidt
18.05.2012 04:23