Sie sind hier: StartseiteBildungsangebotTechnik & NaturwissenschaftenKfz-MechatronikBerufsbild Kfz-Mechatronik

Berufsschule für Kfz-Mechatroniker u. -Servicemechaniker


Informationen über das Berufsbild des Kfz-Mechatronikers und Kfz-Servicemechanikers

Das Kfz-Gewerbe bildet Jahr für Jahr Jugendliche zu Gesellen in den verschiedensten kfz-technischen Berufen aus. Interessierte Jugendliche bewerben sich bei den einzelnen Betrieben und schließen nach erfolgreichem Werben einen Ausbildungsvertrag ab. Die Berufsausbildung dauert in der Regel 3 ½ Jahre und wird gemäß dem Berufsbildungsgesetz (§25 BBiB bzw. HWO) im dualen System durchgeführt. Das heißt, dass die Ausbildung an zwei Standorten stattfindet:

  • Betrieb ( und überbetriebliche Ausbildungsstätte),
  • Berufskolleg ( wird oftmals auch als Berufsschule bezeichnet).

Am Ende der Ausbildungszeit erhält der Auszubildende (Azubi) nach erfolgreicher Abschlussprüfung bei der Handwerkskammer seinen Gesellenbrief. Der erfolgreiche Abschluss am Berufskolleg wird mit dem Abschlusszeugnis dokumentiert.

 

Wir beantworten ihnen gerne einige Fragen, die Sie zu diesen Ausbildungsberufen haben könnten:

Wie lange dauert die Ausbildung?

Kfz-Servicemechaniker: 2 Jahre

 

Nach dem 1. Ausbildungsjahr erfolgt eine Zwischenprüfung. Die Abschlussprüfung kann als Teil I der Gesellenprüfung Kfz-Mechatroniker angerechnet werden.

Kfz-Mechatroniker: 3,5 Jahre

Nach dem 2. Ausbildungsjahr erfogt der Teil I der Gesellenprüfung. Diese wird zu 35% auf die Abschlussprüfung angerechnet.

Wo wird ausgebildet?

Theorie im Berufskolleg, Praxis im Ausbildungsbetrieb, zusätzlich mehrmals während der Ausbildung in so genannten überbetrieblichen Lehrgängen im BBZ Arnsberg.

Welche Eingangsvoraussetzungen sind erforderlich?

Der Lehrvertrag wird mit einem anerkannten Ausbildungsbetrieb des KFZ-Handwerks abgeschlossen.

Kfz-Mechatroniker

Aufgrund der hohen Anforderungen, die im Vergleich mit dem alten Berufsbild des Kfz-Mechanikers deutlich angestiegen sind, wird ein guter Realschulabschluss bzw. sehr guter Hauptschulabschluss empfohlen.

Kfz-Servicemechaniker

 

Die Anforderungen ensprechen in etwa dem Anforderungsprofil des alten Berufsbildes des Kfz- Mechanikers, es wird ein guter Hauptschulabschluss empfohlen.

Für beide Berufe gilt, dass speziell gute Kenntnisse in den Fächern Mathematik und Physik von Vorteil sind. Im einzelnen:

  • Beherrschung der Prozent- und Bruchrechnung,
  • räumliches Vorstellungsvermögen,
  • Rechnen mit Variablen und Einheiten,
  • Äquivalenzumformung,
  • Kräfte, Drücke, Längen, Volumen,
  • elektrische Größen (Ohmsches Gesetz),
  • Arbeit, Leistung, Wirkungsgrad.

Worin liegen die Schwerpunkte der Ausbildung? 

Kfz-Servicemechaniker:

  • Warten und Pflegen von Kfz,
  • Reparatur und Service in den Bereichen,
  • Fahrwerk, Bremsanlage,
  • Motormechanik,
  • Energieversorgungs- und Startsysteme.

Kfz-Mechatroniker (zusätzlich zum Servicemechaniker):

  • Diagnosetechnik an Motor-, Fahrwerks-, Komfort- und Sicherheitssystemen,
  • Fahrzeugelektronik.

 

Die Ausbildung des Mechatronikers ist in den ersten zwei Jahren im theoretischen Teil (Berufsschule) identisch mit der Servicemechaniker-Ausbildung. D. h., beide Berufe besuchen auch dieselbe Berufsschulklasse. Ab dem dritten Ausbildungsjahr wird der Kfz-Mechatroniker  dann gezielt in den Schwerpunkten PKW, LKW, Motorrad oder Fahrzeug-kommunikation ausgebildet.

Wie sieht das Berufsbild des Kfz-Mechtronikers aus?

Im Mittelpunkt des neuen Berufsbildes stehen Diagnose-, Instandhaltungs-, Aus-, Um- und Nachrüstarbeiten an Kraftfahrzeugen (insbesondere der neuen Generation), die gekennzeichnet sind durch ein komplexes Zusammenwirken zwischen elektronischen und mechanischen Komponenten. Neu sind: Codieren von Steuergeräten, Anpassung an verknüpfte Fahrzeugsysteme, Kommunikation mit Kunden sowie der Umgang mit dem Internet zur Reparatur-, bzw. Informationsrecherche.

Weitere Informationen siehe: www.autoberufe.de

Wie gestaltet sich der Unterricht in der Berufsschule?

Der Berufsschulunterricht findet in Teilzeitform statt. Das heißt, der Auszubildende besucht an zwei Tagen (bzw. einem Tag) in der Woche die Berufsschule.

Die bisher bekannten Schulfächer entfallen! Eine Ausnahme bilden die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Politik, Religion und Sport, die aber nur im ersten Ausbildungsjahr unterrichtet werden. Der eigentliche Fach-Unterrichtsanteil ist nach der Lernfelddidaktik strukturiert.

Praxisorientierung des Unterrichts / Lernfelddidaktik


"Das Lernfeldkonzept fordert einen Unterricht, in dem die Art der Handlungen (das Was?) als Lernfelder klarer definiert und das Arbeitsprozesswissen (das Wie?) verstärkt in den Blick genommen wird."

Die Kfz-Abeilung des Berufskollegs Olsberg kommt dieser Forderung nach, indem wir – möglichst in Kooperation mit den Ausbildungsbetrieben – bedeutungsvolle komplexe Arbeitsprozesse in den Unterricht übernehmen, die in das Handlungsfeld des Fachmannes gehören. Diese im Betrieb beobachtbaren Handlungssituationen werden von uns analysiert und zu im Unterricht einsetzbaren Lernsituationen aufbereitet.

 

Der Unterricht ist demnach nicht allein durch rein fachliche Inhalte geprägt, sondern orientiert sich stark an dem Handeln des Facharbeiters. Neben Fachwissen (z.B. Kenntnisse von Funktion und Aufbau der Kfz-Systeme) soll den Auszubildenden auch Prozesswissen (z.B. Kenntnis von systematischer Fehlersuche, Informations-recherche, Mess- und Prüftechnik, Arbeitsplanung ...) vermittelt werden.

 

Diese am beruflichen Handeln ausgerichtete Unterrichtsdidaktik unterstützen wir durch praktische Tätigkeiten im Kfz-Labor. Dort führen die Auszubildenden unter anderem durch:

  • Messungen an Kfz-Systemen, um die Funktionsweise der Systeme zu verdeutlichen oder Systemstörungen zu erkennen,
  • Fehlersuche an Kfz-Systemen, indem durch Fehlerschaltungen Störungen an Fahrzeugen simuliert und von den Schülern gefunden werden müssen,
  • Montage- und Einstellungstätigkeiten an der Motormechanik.

Diese durch ihre eigenen praktischen Tätigkeiten gewonnenen Erkenntnisse fließen dann unmittelbar in den theoretischen Unterricht ein. Mit dieser Vorgehensweise haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht, da sie bei den Auszubildenden zu einem tieferen Verständnis der Lerninhalte führt und somit den Lernerfolg bedeutend steigert.

In den folgenden Tabellen ist eine Übersicht der Lernfelder dargestellt:

Lernfelder der Kfz-Mechatronik

1. Ausbildungsjahr

Lernfeld

Beschreibung

U.St.

Bündelungsfach

1

Warten und Pflegen von Fahrzeugen oder Systemen

100

Service

2

Demontieren, Instandsetzen und Montieren von fahrzeugtechnischen Baugruppen oder Systemen

80

Demontage, Instandsetzung und Montage

3

Prüfen und Instandsetzen elktrischer und elektronischer Systeme

80

Prüf- und Installationtechnik

4

Prüfen und Instandstzen von Steuerungs- und Regelungssytemen

60

Prüf- und Installationtechnik

2. Ausbildungsjahr

Lernfeld

Beschreibung

U.St.

Bündelungsfach

5

Prüfen und Instandsetzen der Energieversorgungs- und Startsysteme

80

Prüf- und Installationtechnik

6

Prüfen und Instandsetzen der Motormechanik

60

Demontage, Instandsetzung und Montage

7

Diagnostizieren und Instandsetzen von Motormanagementsystemen

100

Diagnose

8

Durchführen von Service- und Instandsetzungsarbeiten an Abgassystemen

40

Service

3. Ausbildungsjahr

Lernfeld

Beschreibung

U.St.

Bündelungsfach

9

Instandhalten von Kraftübertragungssystemen

60

Demontage, Instandsetzung und Montage

10

Instandhalten von Fahrwerks- und Bremssystemen

80

Service

11

Nachrüsten und Inbetriebnehmen von Zusatzsystemen

60

Prüf- und Installationtechnik

12

Prüfen und Instandstzen von vernetzten Systemen

80

Diagnose

4. Ausbildungsjahr

Lernfeld

Beschreibung

U.St.

Bündelungsfach

13

Durchführen von Service- und Instandsetzungsarbeiten für eine gesetzliche Untersuchung

60

Service

14

Diagnostizieren und Instandsetzen von Karosserie-, Komfort- und Sicherheitssystemen

80

Diagnose

 
Autor: Holger Stahlschmidt
17.05.2012 19:13