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Im Dualen System der Berufsausbildung werden die Aufgaben auf die beiden Lernorte Betrieb und Berufsschule verteilt. Die Berufsausbildung schließt mit der Facharbeiter-, Gesellen- oder Gehilfenprüfung ab. Über eine Millionen junger Menschen werden in anerkannten Ausbildungsberufen des dualen Systems in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland ausgebildet.

Betriebliche Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb umfasst die gesamte praktische Ausbildung. Die einzelnen Inhalte der Ausbildung richten sich nach dem einzelnen Beruf (siehe Bauberufe).

Auf Grund der Fülle von Baustoffen, Verfahren und Techniken haben sich viele Betriebe spezialisiert. Um dieser Spezialisierung entgegen zuwirken, wurde 1974 noch ein dritter Ausbildungsort der "Bauhof" geschaffen, damit die Auszubildenden eine breitgefächerte Grundbildung erlangen:

Überbetriebliche Ausbildung

Die Aufgaben der Überbetrieblichen Ausbildungsstätten (kurz: Bauhöfe) im dualen System der Berufsausbildung beinhalten die Verbesserung der praxisbezogenen Ausbildung (Lernort Betrieb).

Die Ausbildung in den Bauhöfen umfasst insgesamt 37 Wochen (siehe Wochenverteilung).

Der Bauhof für die Auszubildenden des Bauhandwerks liegt in Arnsberg. Hier werden die Auszubildenden in verschiedenen Werkstätten mit den Grundlagen ihres Berufes vertraut.

Berufsschule

Aufgabe und Ziel

Die Berufsschule vermittelt innerhalb des dualen Systems die für einen bestimmten Beruf erforderliche berufliche Grund- und Fachbildung in Verbindung mit einer erweiterten Allgemeinbildung. Die Schüler/innen sollen befähigt werden, Arbeitswelt und Gesellschaft mitzugestalten.

Aufnahme/Berufsschulpflicht

Auszubildende, die vor Vollendung des 21. Lebensjahres eine Berufsausbildung beginnen, sind zum Besuch der Berufsschule verpflichtet (Berufsschulpflicht) und werden in die ihrem Beruf entsprechende Fachklasse aufgenommen. Wer nach Beendigung der Berufsschulpflicht eine Ausbildung beginnt, ist während der Ausbildungszeit zum Besuch der Berufsschule berechtigt.

Auszubildende müssen die für den Ausbildungsbetrieb zuständige Berufsschule besuchen.

Für bestimmte Ausbildungsberufe, in denen es nur wenige Auszubildende gibt, sind Bezirksfachklassen oder Landesfachklassen eingerichtet (z. T. mit Internatsbetrieb).

Unterricht

Der Unterricht in den Bauberufen (siehe Stufenausbildung) wird in mehreren zusammenhängenden Unterrichtsabschnitten in Vollzeitform (Blockuntericht) erteilt. Der Blockunterricht wird in Abschnitten von 10-14 Wochen pro Schuljahr erteilt (mit 5 Unterrichtstagen pro Woche und 40 Wochenstunden Unterricht; siehe Wochenverteilung, Stundentafel und Lernfelder.)

Berufsschulabschluss

Der betriebliche Teil der Berufsausbildung schließt ab mit der Facharbeiter-, Gesellen- oder Gehilfenprüfung.

Unabhängig davon erwerben Auszubildende in der Berufsschule den Berufsschulabschluss, wenn ihre Leistungen am Ende des Bildungsganges in allen Fächern mindestens „ausreichend“ oder in nicht mehr als einem Fach „mangelhaft“ sind.

Der Berufsschulabschluss ist dem Sekundarabschluss I - Hauptschulabschluss nach Klasse 10 - gleichwertig.

Mit dem Berufsschulabschluss erwerben die Schülerinnen und Schüler den mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife), wenn sie eine Berufsschulabschlussnote von mindestens 3,0 erreichen, die Berufsabschlussprüfung bestanden haben und die für die Fachoberschulreife notwendigen Englischkenntnisse nachweisen.

 
Autor: Ulf Herbrand
05.02.2012 00:22